ARBEITSMARKT IM JULI 2026 – ARBEITSLOSIGKEIT STEIGT VOR ALLEM JAHRESZEITLICH BEDINGT
Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal 2026 um 0,2 Prozent gewachsen, nachdem es sich bereits im ersten Quartal um 0,4 Prozent erhöht hatte. Trotz erneut gestiegener Energiepreise hat sich die Verbesserung des Geschäftsklimas im Juli fortgesetzt. Es ist aber weiterhin schwächer als zu Jahresbeginn. Die Fiskalpolitik wirkt mit den Ausgaben für Infrastruktur und äußere Sicherheit zwar belebend, aber die Unsicherheiten bleiben groß. Am Arbeitsmarkt ist die schwache Konjunktur weiterhin sichtbar. Die Arbeitslosigkeit hat im Juli saisonbereinigt zugenommen, während die Unterbeschäftigung stagnierte. Das Risiko, durch den Verlust der Beschäftigung arbeitslos zu werden, ist im langjährigen Vergleich trotz kontinuierlicher Anstiege nach wie vor relativ
klein. Gleichzeitig sind die Chancen, Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung zu beenden, historisch schlecht. Die gemeldete Arbeitskräftenachfrage bleibt anhaltend niedrig. Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung setzt sich die rückläufige Entwicklung weiter fort. Kurzarbeit wird von den Unternehmen weniger in Anspruch genommen, liegt aber immer noch
auf einem etwas erhöhten Niveau.
SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT
Im Juli 2026 gab es nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit in der Summe 4.819.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II Grundsicherungsgeld (bis 30.6.2026 Bürgergeld) für erwerbsfähige Leistungsberechtigte erhalten haben. Unterteilt nach Rechtskreisen, bezogen im Juli 2026 rund 1.108.000 Menschen Arbeitslosengeld, während 3.775.000 Menschen Ansprüche auf Grundsicherung für Arbeitsuchende hatten. Die Zahl der Leistungsbeziehenden von Arbeitslosengeld ist binnen eines Jahres um 107.000 gestiegen. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende
wurden seit Juli des letzten Jahres 121.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte weniger gezählt.
AUSBILDUNGSMARKT
Von Oktober 2025 bis Juli 2026 sind die Stellenmeldungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter deutlich zurückgegangen. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsuchenden hat dagegen nochmals leicht zugenommen. Damit setzt sich die für gemeldete Ausbildungsuchende ungünstige Entwicklungstendenz im Beratungsjahr 2025/26 fort. Dies schlägt sich auch in der Zahl der
gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber nieder, die bis Juli 2026 eine Ausbildungsstelle gefunden haben. Sie ist geringer als in den Vorjahren. Im Juli ist der Ausbildungsmarkt noch in Bewegung. Über die Sommermonate werden Ausbildungsuchende noch eine Ausbildungsstelle finden und Betriebe Ausbildungsstellen besetzen.
EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE
Im Juli 2026 haben nach vorläufigen Daten 711.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren deutlich mehr als im Vorjahresmonat. Die Aktivierungsquote, die beschreibt, wie hoch der Anteil der Geförderten an allen förderbaren Personen ist, lag im Juli 2026 bei 16,1 Prozent (+1,5 Pro
zentpunkte). Im Juli 2026 wurden 438.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 273.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.
Quelle: Arbeitsmarktbericht Juli 2026