ARBEITSMARKT IM DEZEMBER 2025 – EINSETZENDE WINTERPAUSE ERHÖHT ARBEITSLOSIGKEIT
Zum Jahresende fehlte es der deutschen Volkswirtschaft weiterhin an Schwung. Im dritten Quartal 2025 stagnierte das deutsche Bruttoinlandsprodukt preis-, saison- und kalenderbereinigt. Für das Gesamtjahr ist nur ein leichtes Plus zu erwarten. Die Erwartungen der Unternehmen für die nächsten Monate haben sich im Dezember wie bereits im Vormonat eingetrübt. Die schwache Konjunktur spiegelt sich weiterhin auch am Arbeitsmarkt wider. Mit der einsetzenden Winterpause sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gestiegen. Bereinigt von jahreszeitlichen Einflüssen zeigen sich nur wenig Veränderungen. Das Risiko, durch den Verlust der Beschäftigung arbeitslos zu werden, ist zwar vergleichsweise gering, nimmt aber stetig zu. Gleichzeitig liegen die Chancen, Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung zu beenden, historisch niedrig. Die gemeldete Nachfrage nach Arbeitskräften blieb schwach, stabilisiert sich aber auf niedrigem Niveau. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat im Oktober stagniert, wobei Abnahmen vor allem im Verarbeitenden Gewerbe von Zunahmen insbesondere in den staatsnahen
Dienstleistungsbereichen ausgeglichen wurden.
SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT
Im Dezember 2025 gab es nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit in der Summe 4.792.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Bürgergeld für erwerbsfähige Leistungsberechtigte) erhalten haben. Unterteilt nach Rechtskreisen, waren im Dezember 2025 rund 1.033.000 Menschen arbeitslosengeldberechtigt, während 3.824.000 Menschen Ansprüche auf Grundsicherung für Arbeitsuchende hatten. Die Zahl der Leistungsberechtigten von Arbeitslosengeld ist binnen eines Jahres um 102.000 gestiegen. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende wurden seit Dezember des letzten Jahres 122.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte weniger gezählt.
AUSBILDUNGSMARKT
Im Nachvermittlungszeitraum, der statistisch am 1. Oktober 2025 begann, hat sich die Entwicklung des vorangegangenen Beratungsjahres fortgesetzt. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist kleiner als im Vorjahreszeitraum, die der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber größer. Insgesamt sind in der Nachvermittlung weniger Ausbildungsstellen gemeldet als Bewerberinnen und Bewerber. Die Zahl der im Dezember 2025 unversorgten Bewerberinnen und Bewerber liegt deutlich über dem Stand des Vorjahres. Im neuen Beratungsjahr 2025/26 sind von Oktober bis Dezember 2025 die Ausbildungsstellenmeldungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals deutlich gesunken. Die Bewerbermeldungen haben erneut zugenommen, wenn auch nur leicht. Im Dezember ist der Ausbildungsmarkt noch sehr stark in Bewegung. Deshalb erlauben die aktuellen Daten nur eine sehr grobe und vorläufige Einschätzung der Entwicklung im noch jungen Berichtsjahr 2025/26.
EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE
Im Dezember 2025 haben nach vorläufigen Daten 718.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren etwas mehr als im Vorjahresmonat. Die Aktivierungsquote, die beschreibt, wie hoch der Anteil der Geförderten an allen förderbaren Personen ist, lag im Dezember 2025 mit 16,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (-0,5 Prozentpunkte). Im Dezember 2025 wurden 467.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 250.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.
Quelle: Arbeitsmarktbericht Januar 2026