ARBEITSMARKT IM JUNI 2026 – VERHALTENER AUSKLANG DER FRÜHJAHRSBELEBUNG
Im ersten Quartal 2026 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent gewachsen. Im zweiten Quartal dürften sich die Auswirkungen des Iran-Kriegs stärker bemerkbar machen. Das Geschäftsklima hat sich zwar etwas verbessert, bleibt aber schwächer als zu Jahresbeginn. Die Unsicherheit ist weiterhin groß. Am Arbeitsmarkt gibt es nur wenig Veränderung. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben im Juni zwar saisonbereinigt abgenommen; der Rückgang war aber nur gering. Das Risiko, durch den Verlust der Beschäftigung arbeitslos zu werden, ist im langjährigen Vergleich trotz kontinuierlicher Anstiege nach wie vor relativ klein. Gleichzeitig sind die Chancen, Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung zu beenden, historisch schlecht, nicht zuletzt, weil die gemeldete Nachfrage nach Arbeitskräften anhaltend niedrig ist. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im April saisonbereinigt leicht gesunken. Die Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit hat im April wenig abgenommen und liegt immer noch auf einem etwas erhöhten Niveau.
SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT
Im Juni 2026 gab es nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit in der Summe 4.791.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Bürgergeld für erwerbsfähige Leistungsberechtigte) erhalten haben. Unterteilt nach Rechtskreisen, bezogen im Juni 2026 rund 1.052.000 Menschen Arbeitslosengeld, während 3.804.000 Menschen Ansprüche auf Grundsicherung für Arbeitsuchende hatten. Die Zahl der Leistungsbeziehenden von Arbeitslosengeld ist binnen eines Jahres um 90.000 gestiegen. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende wurden seit Juni des letzten Jahres 104.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte weniger gezählt.
AUSBILDUNGSMARKT
Im Beratungsjahr 2025/26 sind die Ausbildungsstellenmeldungen von Oktober 2025 bis Juni 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals gesunken. Aufgrund von Prozessänderungen wird die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen in der Statistik derzeit zwar unvollständig abgebildet, sie liegt nach Schätzungen aber weiterhin deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.
Die Bewerbermeldungen haben dagegen erneut zugenommen, wenn auch nur leicht. Die aktuellen Daten erlauben nur eine vorläufige Einschätzung der Entwicklung im Berichtsjahr 2025/26. Die für gemeldete Ausbildungsuchende ungünstige Entwicklungstendenz scheint sich aber fortzusetzen.
EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE
Im Juni 2026 haben nach vorläufigen Daten 740.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren deutlich mehr als im Vorjahresmonat. Die Aktivierungsquote, die beschreibt, wie hoch der Anteil der Geförderten an allen förderbaren Personen ist, lag im Juni 2026 bei 16,8 Prozent (+1,5 Pro
zentpunkte). Im Juni 2026 wurden 463.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 278.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.
Quelle: Arbeitsmarktbericht Juni 2026