ARBEITSMARKT IM MÄRZ 2026 – FRÜHJAHRSBELEBUNG OHNE NENNENSWERTEN SCHWUNG
Nachdem im vierten Quartal 2025 die wirtschaftlichen Aktivitäten zugenommen haben, sorgen die Auswirkungen des Iran-Krieges für einen kräftigen Gegenwind für die beginnende Erholung. Die konjunkturelle Schwäche der vergangenen drei Jahre bleibt am Arbeitsmarkt weiter sichtbar. Die Frühjahrsbelebung setzte ohne nennenswerten Schwung ein. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben sich, bereinigt um die üblichen jahreszeitlichen Einflüsse, nicht verändert. Das Risiko, durch den Verlust der Beschäftigung arbeitslos zu werden, ist im langjährigen Vergleich nach wie vor gering; gleichzeitig sind aber die Chancen, Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung zu beenden, historisch niedrig. Die gemeldete Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich auf einem niedrigen Niveau stabilisiert. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im Januar saisonbereinigt gesunken. Der Rückgang im Verarbeitenden Gewerbe setzt sich weiter fort und wird nicht mehr durch die Anstiege im staatsnahen Dienstleistungsbereich kompensiert. Die Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit hat im Januar abgenommen, liegt aber immer noch auf einem etwas erhöhten Niveau.
SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT
Im März 2026 gab es nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit in der Summe 4.857.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Bürgergeld für erwerbsfähige Leistungsberechtigte) erhalten haben. Unterteilt nach Rechtskreisen, waren im März 2026 rund 1.104.000 Menschen arbeitslosengeldberechtigt, während 3.820.000 Menschen Ansprüche auf Grundsicherung für Arbeitsuchende hatten. Die Zahl der Leistungsberechtigten von Arbeitslosengeld ist binnen eines Jahres um 98.000 gestiegen. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende wurden seit März des
letzten Jahres 147.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte weniger gezählt.
AUSBILDUNGSMARKT
Im Beratungsjahr 2025/26 sind die Ausbildungsstellenmeldungen von Oktober 2025 bis März 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals gesunken. Aufgrund von Prozessänderungen wird die Zahl der Ausbildungsstellen in der Statistik derzeit zwar unvollständig abgebildet, sie liegt nach Schätzungen aber immer noch deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Bewerbermeldungen haben dagegen erneut zugenommen, wenn auch nur leicht. Die aktuellen Daten erlauben nur eine grobe und vorläufige Einschätzung der Entwicklung im Berichtsjahr 2025/26. Die für Ausbildungsuchende ungünstige Entwicklungstendenz scheint sich aber fortzusetzen.
EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE
Im März 2026 haben nach vorläufigen Daten 713.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren merklich mehr als im Vorjahresmonat. Die Aktivierungsquote, die beschreibt, wie hoch der Anteil der Geförderten an allen förderbaren Personen ist, lag im März 2026 bei 15,9 Prozent (+0,5 Prozentpunkte). Im März 2026 wurden 461.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 252.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.
Quelle: Arbeitsmarktbericht März 2026