ARBEITSMARKT IM JANUAR 2026 – JAHRESZEITLICH ÜBLICHER ANSTIEG DER ARBEITSLOSIGKEIT
Das Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2025 preisbereinigt um 0,2 Prozent gestiegen. Der Außenhandel blieb schwach, positive Impulse gab es bei den Investitionen. Zum Auftakt des Jahres 2026 bleibt das Geschäftsklima unverändert. Die schwache Konjunktur spiegelt sich weiterhin am Arbeitsmarkt wider. Dort ändert sich die Lage derzeit wenig. Aufgrund der Winterpause sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung zwar deutlich gestiegen. Bereinigt von den üblichen jahreszeitlichen Einflüssen zeigen sich aber nur marginale Veränderungen. Das Risiko, durch den Verlust der Beschäftigung arbeitslos zu werden, ist im langjährigen Vergleich gering, nimmt aber stetig zu. Gleichzeitig liegen die Chancen, Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung zu beenden, historisch niedrig. Die gemeldete Nachfrage nach Arbeitskräften blieb schwach, stabilisiert sich aber auf niedrigem Niveau. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat sich im November saisonbereinigt etwas verringert, wobei Abnahmen, wie vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, nicht mehr von Zunahmen, wie insbesondere in den staatsnahen Dienstleistungsbereichen, ausgeglichen wurden.
SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT
Im Januar 2026 gab es nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit in der Summe 4.901.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Bürgergeld für erwerbsfähige Leistungsberechtigte) erhalten haben. Unterteilt nach Rechtskreisen, waren im Januar 2026 rund 1.142.000 Menschen arbeitslosengeldberechtigt, während 3.826.000 Menschen Ansprüche auf Grundsicherung für Arbeitsuchende hatten. Die Zahl der Leistungsberechtigten von Arbeitslosengeld ist binnen eines Jahres um 117.000 gestiegen. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende wurden seit Januar des letzten Jahres 137.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte weniger gezählt.
AUSBILDUNGSMARKT
Im Nachvermittlungszeitraum, von Oktober 2025 bis Januar 2026, hat sich die Entwicklung des vorangegangenen Beratungsjahres fortgesetzt. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen war kleiner als im Vorjahreszeitraum, die der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber größer. Insgesamt waren in der Nachvermittlung weniger Ausbildungsstellen gemeldet als Bewerberinnen und Bewerber. Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber lag im Januar 2026 deutlich über dem Stand der Vorjahre. Im neuen Beratungsjahr 2025/26 sind von Oktober bis Januar 2026 die Ausbildungsstellenmeldungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals deutlich gesunken. Die Bewerbermeldungen haben erneut zugenommen, wenn auch nur leicht. Im Januar ist der Ausbildungsmarkt noch sehr stark in Bewegung. Deshalb erlauben die aktuellen Daten nur eine sehr grobe und vorläufige Einschätzung der Entwicklung im noch jungen Berichtsjahr 2025/26.
EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE
Im Januar 2026 haben nach vorläufigen Daten 691.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren etwas mehr als im Vorjahresmonat. Die Aktivierungsquote, die beschreibt, wie hoch der Anteil der Geförderten an allen förderbaren Personen ist, lag im Januar 2026 mit 14,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (-0,3 Prozentpunkte). Im Januar 2026 wurden 459.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 232.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.
Quelle: Arbeitsmarktbericht Januar 2026